In wenigen Tagen zum Nullenergiehaus: viel Potenzial durch serielles Sanieren

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- Vorgefertigte Gebäudeelemente können Sanierungen beschleunigen und günstiger machen. So könnte im Gebäudebereich viel CO2 eingespart werden – das ergab eine Studie von co2online im Auftrag des Umweltbundesamts.

Quelle: Colourbox

Das Prinzip ist einfach: mit vorgefer­tig­ten Gebäudeteilen Häuser in nur wenigen Tagen energetisch sanieren. Welches Potenzial die Methode für Deutschland bietet, hat die Studie „Serielle Sanierung in Europa und Deutschland“ untersucht, die co2online und das Buildings Performance Institute Europe (BPIE) im Auftrag des Umweltbundesamts veröffentlicht haben. Dafür wurden verschie­dene europäische Pilotprogramme sowie Forschungs­vorhaben analysiert.


Großes Klimaschutzpotenzial für Gebäude durch serielle Sanierung

Die sogenannte serielle Sanierung bietet gleich mehrere Vorteile: Durch das Vorfertigen von Fassaden, Dächern oder auch Heizsystemen in der Fabrik werden Sanierungen nicht nur schneller, sondern auch günstiger. So lassen sich Häuser innerhalb weniger Tage auf Nullenergiehausniveau bringen. Das führt wiederum zu weniger Hemmnissen gegenüber Gebäudesanierungen allgemein.

Laut der Studie ist das Potenzial in Deutschland groß – immerhin stammt rund ein Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen aus dem Gebäudebereich. Mithilfe vorgefertigter Bauteile könnten etwa 3,8 bis 6,5 Millionen Wohneinheiten bis 2050 optimiert werden. Selbst wenn davon nur rund 720.000 Wohneinheiten tatsächlich saniert werden, würden rund 36 Megatonnen CO2 für Heizen und Warmwasserbereitung eingespart. So kann serielles Sanieren die Sanierungsrate anheben und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


Erfolgreiches Konzept aus den Niederlanden

Bekannt wurde das Konzept durch die Niederlande. Dort wurden im Rahmen des 2013 entwickelten Programms „Energiesprong“ bereits rund 5.000 Häuser saniert und zu Nullenergiehäusern umgebaut. Die Vision dahinter: Häuser kostengünstig und innerhalb weniger Wochen zu komfortablen, architektonisch ansprechenden und klimaneutralen Gebäuden machen.

In Deutschland steckt das Konzept noch in den Anfängen, macht aber durch die Initiative der Deutschen Energieagentur (dena) Fortschritte: Rund 17.000 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren mithilfe von serieller Sanierung umgebaut werden. Damit das Potenzial voll ausgeschöpft werden kann, braucht es jedoch noch ein wenig Aufwind, etwa in Form von entsprechenden Bauordnungen oder auch Förderprogrammen, so die Herausgeber der Studie.

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